Montag, 31. Dezember 2012

Flora - das Kissen

Meist beginne ich mit der Geschenkeplanung für Weihnachten schon sehr frühzeitig, weil sich erfahrungsgemäß vor Weihnachten dann doch alle Termine wieder überschlagen. Bei dem Kissen, das ich unbedingt zu Weihnachten verschenken wollte, war das auch durchaus sinnvoll. Begonnen habe ich damit schon im Sommer. Als ich die Anleitung gesehen habe, war ich voll und ganz begeistert und nach meiner Banju - und Glücksträumerle-Erfahrung war ich eigentlich zuversichtlich, dass das auch ganz schnell gehen würde. Aber weit gefehlt: Die Anleitung für Flora ist ganz leicht und verständlich erklärt, aber es dauert eine ganze Weile, bis die einzelnen Blütenblätter dann fertig sind. Für mich war die große Herausforderung, auch tatsächlich durchzuhalten, weil ich es nämlich überhaupt nicht mag, mehrmals das Gleiche (in den gleichen Farben) zu nähen / häkeln / stricken. (Weshalb meine Sockenstrickerfahrungen eher negativ ausfallen...) Das Ergebnis entschädigt allerdings durchaus dafür, wie ich finde. Mit einer passenden pinkfarbenen Kuscheldecke lag das Kissen dann an Weihnachten unter dem Baum.




Das Muster finde ich nach wie vor wunderschön. Die Verschlusslösung auf der Rückseite gefällt mir dabei besonders gut, weil es eine verdeckte Knopfleiste gibt, sodass nichts drücken kann.


Überrascht hat mich auch die Größe: Ein normales Kopfkissen passt locker in das Kissen hinein. Flora ist also viel mehr als nur ein reines Sofakissen - und wird bestimmt nicht das letzte sein, das bei mir entsteht.

Jetzt wünsche ich aber erst einmal euch allen einen guten Rutsch und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr!
Ich freue mich auf ein neues Bloggerjahr und die vielen tollen kreativen Werke, Einfälle und spannenden Berichte auf all den Blogs, die ich in diesem Jahr kennen und schätzen gelernt habe.

Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahresrückblick - Best of 2012

Am Ende des Jahres fange ich immer an, Listen zu schreiben, was ich im nächsten Jahr unbedingt erledigen muss. Inspiriert durch die vielen Jahresrückblicke habe ich meine Bildersammlung aus diesem Jahr auch noch einmal durchgesehen und zu meinem Erstaunen festgestellt, dass da viel mehr entstanden ist, als ich selbst wirklich noch im Gedächtnis habe.




Für mich war es das erste Jahr, in dem ich wirklich Kleidung für mich genäht, gestrickt und gehäkelt habe. Das Handarbeiten hat sich mehr und mehr zu einem festen Bestandteil meines Alltags entwickelt und ich gehe schon kaum mehr aus dem Haus - wenn ich weiß, dass auch nur die geringste Wartezeit entstehen könnte - ohne mir etwas zum Häkeln oder Stricken mitzunehmen. Durch die vielen tollen Blogs, die ich in diesem Jahr entdeckt habe, spuken mir immer mehr Ideen im Kopf herum und meine Listen mit Plänen, was als nächstes entstehen soll, werden immer länger.
Im Moment gibt es bei vielen zu sehen, was in diesem Jahr entstanden ist. Caro sammelt unter dem Titel "Best of 2012" die Lieblingsstücke von vielen Bloggern.

Bevor das Jahr zuende geht, will ich euch noch ein paar Sachen zeigen, die für Weihnachten enstanden sind, aber erst einmal noch der Hinweis auf ein Geschenk, das es bis Silvester gibt, und zwar von Tin Can Knits. Das Tolle ist: Es bekommt jeder ein Geschenk! Man sucht sich ganz einfach hier oder bei Ravelry seine Wunschanleitung aus, bestellt sie ganz normal, gibt beim checkout als Coupon Code “SHARETHELOVE” (Achtung: Großschreibung ist wichtig) ein und weist andere Leute als Gegenleistung auf dieses Geschenk hin.

Dienstag, 18. Dezember 2012

CreaDienstag: Weihnachtsgeschenke

Seit langer Zeit einmal wieder CreaDienstag für mich. Diesmal zeige ich euch Geschenke aus und für die Küche.

Schon immer haben mich selbstzusammengestellte Backmischungen begeistert. Ausprobiert habe ich aber noch nie eine. Trotzdem habe ich es gewagt und eine als Geschenk - streng nach Anleitung - ins Glas zu schichten. Um sicherzugehen dass es auch tatsächlich funktioniert, werde ich es demnächst auch einmal selbst ausprobieren. Bis dahin ist dieses Glas gemeinsam mit der passenden Backform aber schon zu seiner neuen Besitzerin gewandert.

Daneben bin ich ein wahrer Meister im Anhäufen von Back- und Kochrezepten. Meist stapeln sie sich schon bei mir im Regal, bevor endlich wieder einmal ein neues ausprobiert wird. Zur besseren Ordnung habe ich eine Hülle für eine DIN A5 Kochbuch genäht - damit kein Rezept mehr verloren gehen kann. Auch das Kochbuch wandert als Geschenk weiter. Wenn ich einmal eine ruhige Minute habe, steht das aber für mich auch auf dem Programm - kann man schließlich immer brauchen.

                                               Stickdatei: von hier

Was es sonst noch Selbstgemachtes am Dienstag gibt, ist hier und hier zu sehen.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Weihnachtskleid Sew-Along Teil 4

Heute ist einmal wieder Weihnachtskleid- Zwischenstand. Die einzelnen Termine sind echt motivationsfördernd, weshalb ich die Sew-Alongs immer so klasse finde. Nachdem ich ja ziemlich hinterhergehinkt bin, habe ich mich gestern extrem begeistert an die Nähmaschine gesetzt mit dem Ziel, zumindest nähtechnisch mein Weihnachtsoutfit fertigzustellen (Mit dem Strickjäckchen bin ich noch beschäftigt und da gibt es den ein oder anderen Stolperstein - dazu aber demnächst mehr...)

Also habe ich fleißig genäht, mich brav an die Anleitung gehalten und am Schluss voller Vorfreude vor dem Spiegel probiert. Und das Ergebnis? Ich bin überhaupt nicht überzeugt. Das Kleid ist an der Taille einfach zu weit und betont genau den Teil meines Körpers, der nicht betont werden sollte: die Hüften. Die Flatterärmelchen sind eher unvorteilhaft (und zugegebenermaßen nach der ersten Zwischenanprobe eher unlustig genäht) und den Saum muss ich noch einmal neu machen.



Vielleicht war es ein Fehler, das Kleid aus einem unifarbigen Stoff zu nähen. In der gemusterten Variante im Schnittmusterheft gefällt es mir wirklich gut. Das Muster bringt vielleicht auch ein bisschen Abwechslung. Der Zwischenstand für das Kleid und mich: Bis jetzt sieht es nicht so aus, als würden wir gute Freunde werden. Die Chancen stehen gut, dass es erst einmal in die hintersten Ecken des Stoffschranks verschwindet und dann irgendwann in Stücke zerteilt und anderweitigen Zwecken zugeführt wird. Eine Chance bekommt es aber noch - vielleicht sieht es im morgendlichen Licht und in Kombination mit Strumphose und Co besser aus als gestern nach einem langen Nähabend im schummrigen Licht.

Den Test werde ich gleich einmal machen - und dann überlegen, was genau das Weihnachtsoutfit werden soll. Das Ergebnis (sowohl des Kleides als auch des tatsächlichen Outfits) gibt's dann am Mittwoch zu sehen.

Jetzt freue ich mich erst einmal hier auf die Zwischenstände bei den anderen - die hoffentlich zufriedener mit ihren Ergebnissen sind als ich...

Sonntag, 9. Dezember 2012

Weihnachtskleid Sew-Along Teil 3

Heute soll es um Nähfortschritte, kleine Panikattacken und die Entwicklung des Weihnachtskleids gehen. Wie bereits zu erwarten, hinke ich dem Plan immer noch ein bisschen hinterher. Aber: Ich habe mich tatsächlich entschieden - und zwar für das Wickelkleid aus der Stitched by You Frühjahr 2012. Vielen Dank für eure Tipps. Offensichtlich war ich einfach auf dem Schlauch gestanden, als ich die kurzen Flügelärmel als großes Problem gesehen habe. Auf die Tatsache, dass man ja einfach ein Langarmshirt drunterziehen könnte, bin ich selbst nicht gestoßen. Außerdem habe ich mich die ganze Zeit an der Farbe festgehalten. Auf die Frage, dass es doch dann blau sein müsste, bin ich dann selbst ins Grübeln gebracht, warum ich denn so an Schwarz hänge. Eigentlich tue ich das nämlich gar nicht. Und schwuppdiwupps war die Entscheidung gefallen, die Stoffvorräte durchsucht und eine Farbentscheidung getroffen.

Es wird dieser Stoff: ein blauer Jersey. Evtl. langt es nicht ganz hin, dann werden die Ärmel einfach in einem anderen Blauton ergänzt und der Kragen in der gleichen Farbe eingefasst.

Es ist wirklich ein ganz schlichter Stoff, vielleicht ein bisschen einfach für Weihnachten, aber er gefällt mir, ich muss nichts bestellen und ich habe keine Zeit für ein Probekleid. Sollte also etwas schief gehen, ist es nicht ganz so schlimm.

Mittlerweile habe ich also den Schnitt abkopiert, den Stoff bereitgelegt und mich entschieden - mehr aber nicht.

Ganz untätig war ich aber nicht. Im Moment stricke ich einfach lieber als zu nähen. Und nachdem die Farbe Blau für das Kleid festgelegt war, hat mich die Motivation gepackt, als kleines Jäckchen darüber noch meine angefangene Miette in Taubenblau fertigzustellen.


Abends auf dem Sofa ist das einfach gemütlicher. Und bis jetzt sieht es so aus, dass zumindest das Jäckchen fertig werden könnte...
Meinen gemütlichen Adventssonntagsnachmittagsspaziergang durch die Zwischenstände der Weihnachtskleider hier werde ich mir gleich noch mit ein paar Plätzchen versüßen - endlich sind alle fertig und nichts wartet mehr auf Fertigstellung.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Weihnachtskleid-Sew-Along Teil 2: Jetzt gehts los!

Voller Bewunderung blicke ich auf all diejenigen, die sich schon ganz entschlossen ihrem Schnitt entgegenwerfen. Ich bin immer noch unentschlossen. Es gibt im Moment zwei Alternativen (wenn ich Stich Details - das hier häufiger genäht zu werden scheint und eine tolle Variante ist- mal außer Acht lasse, weil ich keinen Stoff dafür hier habe): Entweder ich nähe ein schwarzes Jerseykleid oder eine Kombi aus Rock und Oberteil. Den Paillettenstoff habe ich erst einmal verworfen - bei uns geht es eher entspannt zu und das ist mir dann doch zu glitzerig. Vielleicht wird das ja noch eine Variante für Silvester. Getreu meinem Motto, erst einmal keine Stoffe mehr zu kaufen, müssen Stoffe aus dem Fundus herhalten. Daher wird es eben entweder schwarz oder blau.

Beim schwarzen Kleid bin ich jetzt entschlossen, dass es - um für ein bisschen Abwechslung zu sorgen - kein Eve Dress werden soll, sondern wenn dann ein Wickelkleid aus der Stitched for  You. Nachteil des Kleids: Es hat kurze Ärmel und ich fürchte, dann ein bisschen zu frösteln. Ein passendes Jäckchen dazu fehlt mir aber und das Jäckchen, das gerade auf den Nadeln ist, ist farblich nicht wirklich optimal dazu.



Alternativ dazu hätte ich eine Kombi in Blau, die dann auch wirklich alltagstauglich sein sollte. Da es dann insgesamt drei Teile wären, müsste ich aber ganz schön ranklotzen, um das zu schaffen, v.a. da bei manchen Schnitten noch eine Anpassung notwendig wäre.

Schwarz wäre etwas festlicher, blau eher meine Wahl zur Zeit. Ich gebe mir also noch bis morgen Zeit, wirklich zu entscheiden, welche der beiden Varianten es werden soll. Einstweilen gehe ich mir hier noch die Entscheidungen der anderen ansehen und mir weitere Inspiration holen.

Samstag, 1. Dezember 2012

SWAP: Bestandsaufnahme

Die Idee, auch endlich mal einen Plan zu erstellen, wie und was ich nähen will, spukt mir ja schon länger im Kopf herum. Im Moment ist die Zeit zum Nähen immer sehr sehr knapp und es ärgert mich dann selbst, wenn ich mal ein bisschen Zeit habe und dann erst anfange in Stoffbergen und Schnittmustern zu wühlen und mich nicht entscheiden zu können. Daher muss jetzt wirklich ein Plan her und die Idee von Immi, Rong und

                                      
Beim Überlegen, was mir in nächster Zeit wohl am wichtigsten ist, sind mir verschiedenene Dinge klar geworden:

1. (auch wenn jetzt einige entsetzt aufschreien werden): Ich liebe Jeans - und trage auch fast täglich Jeans. Ich mag zwar auch Röcke und Kleider, im Alltag sind sie bei mir aber immer die besonderen Stücke. Jeans selbst zu nähen, halte ich für Blödsinn, aber ich brauche ein paar Sachen, die Jeans nicht nur nach Freizeitlook aussehen, sondern sich auch mit meinen anderen Sachen interessant kombinieren lassen.

2. Im Moment mag ich am liebsten die Farben blau- grün- senf - grau - braun. Das mag am Winter liegen und vielleicht ist es mir im März dann schon zu trist - dann kann ich aber immer noch einen neuen Plan für den Sommer machen.

3. Ich muss Stoffberge abbauen. Ich kaufe ständig Stoffe, die ich schön finde oder für die ich einen definitiven Plan habe, der dann mangels Zeit nicht umgesetzt wird. Ich bin also gut im Planen, aber eher mittelmäßig bei der tatsächlichen Umsetzung. Neue Stoffe dürfen daher gar nicht sein. Zum Glück sind aber ein paar Stoffe hier, die genau dem oben genannten Farbschema entsprechen.

4. Um mich zu motivieren, habe ich um die Teilchen der letzten Wochen herum geplant, damit ich das Gefühl habe, ich hinke nicht allzu sehr hinterher. Mein Plan ist viel zu umfangreich, aber ich brauche ein bisschen Spielraum. Ob ich das bis März hinbekomme, wage ich zu bezweifeln, aber man muss sich ja auch Ziele setzen. Ganz zufrieden bin ich noch nicht, alles lässt sich auch nicht kombinieren und ich lasse mir mal noch das Hintertürchen offen, dass ich noch etwas ergänzen, streichen oder ändern kann, wenn mich die Muse küsst und ich mehr Ideen habe.

5. Ich kann wirklich nicht zeichnen, brauche aber mehr als eine Liste in Worten - daher habe ich trotzdem versucht, meine Pläne in Bilder zu fassen:


 
                           



Erledigt sind bis jetzt

* Weiße Mütze und weißer Schal (Nummer 1) - aus dem Cap-Craft-
   Along
* Wintermantel (Nummer 2) - aus dem Wintermantel-Sew-Along
* Grüne Amy mit gelben Taschen (siehe letzter MeMadeMittwoch)
* Wasserfalloberteil (Nummer 4, ebenso gezeigt am letzten MeMadeMittwoch)


Bereits zugeschnitten / angefangen * Taupefarbenes Kleid (Nummer 7)
* braune Nicky-Kapuzenjacke (Nummer 6)
* senfgelbe Tunika (Nummer 8)
* Strickjacke in taube (Nummer 5)

Was sich hinter den anderen Nummern verbirgt:

* Nummer 9: eine Malina in grau / grau gestreift - wobei ich noch zweifle, ob sich das grau gestreift so gut kombinieren lässt. Vielleicht muss dass dann einem schlichten Weiß weichen
* Nummer 10: ein Wickelkleid aus der letzten Stitched for you
* Nummer 11: ein Rock aus einem blauen Baumwollstoff mit weißen Punkten, entweder als Wickelserena aus der Ottobre oder als einfacher gerader Rock mit Jerseybund
* Nummer 12: ein einfach blaues Shirt mit weißem Bubikragen
* Nummer 13: eine Malina mit Kragen aus blauem Sweat
* Letztes Bild: Ich möchte auch eine Tasche und brauche dringend einen Geldbeutel, da aus dem alten schon das Kleingeld herauskullert - Farbe und Form sind noch nicht festgelegt.

So jetzt gehe ich mal bei Mema, Rong und Immi nach dem neuesten Stand schauen und hoffe, dass ich meinen Plan auch durchhalten kann.

Donnerstag, 29. November 2012

Ist denn schon Weihnachten?

Ein bisschen könnte man das glauben, wenn man das süße Freebie von Lilis Elfenwerkstatt sieht.


Ein tolles Geschenk, das man dort bekommen kann, und ideal natürlich für alle Stickfans, die noch Weihnachtsgeschenke vorbereiten.

Zu finden ist das Freebie hier.

Mittwoch, 28. November 2012

Me Made Mittwoch: Grün Blau Senf

Endlich bin ich einmal wieder dabei. In den letzten Wochen habe ich es meist nur geschafft, mal kurz beim MeMadeMittwoch vorbeizuschauen, richtig Zeit zum ausführlichen Gucken oder gar zum eigenen Beitrag hatte ich nicht. Am Sonntag habe ich dann gleich die Gelegenheit genutzt, neben dem neuen Wintermantel auch einen neuen Rock und ein neues Oberteil auszuführen.


Der Rock ist  - wie bei so vielen immer wieder - eine Amy. Allerdings habe ich ein bisschen geschummelt und ein Jerseybündchen angenäht anstatt einen Reissverschluss zu verwenden. Der Rock selbst ist aus grünem Feincord und die Taschen genau wie die Nähte aus einem senfgelben Feincord. Für mich im Moment genau meine Lieblingsherbst/winterfarben.



Das Shirt ist nach dem Schnitt von hier genäht. Die Anleitung war gut verständlich. Beim Stoff würde ich das nächste Mal evtl. eher einen noch weicher fallenen Viskosejersey nehmen, aber von der Passform her bin ich zufrieden.


Die Jacke habe ich dann aber doch ganz schnell wieder übergezogen...

Und jetzt drehe ich mal hier meine Mittwochsrunde und schaue nach, welche Herbst-/Winteroutfits sonst noch zu finden sind.

Sonntag, 25. November 2012

Wintermantel: Das Finale

Ich habe es tatsächlich geschafft - der Wintermantel ist fertig! Lange Zeit hätte ich nicht gedacht, dass das wirklich noch zu einem (halbwegs) guten Ende kommt mit dem Mantel und mir. Vielen Dank daher für all eure ermutigenden Kommentare und das virtuelle Anschubsen, das bei mir noch einmal für einen Motivationsschub gesorgt hat.

Die große Frage ist natürlich trotzdem: Wie sieht das Ergebnis aus?



Rein optisch finde ich den Mantel schön. Ein paar Kleinigkeiten sind aber noch verbesserungswürdig.
 

Zum einen hatte ich ja schon am Anfang Bedenken, dass der Schnitt mit einem Futter dann zu eng wird. Nachdem es aber nur ein Eingrößenschnitt ist, hatte ich nicht viel Spielraum. Jetzt ist er zwar nicht wirklich zu eng, aber doch zumindest so eng, dass kein Platz mehr war für einen Reissverschluss. Daher ergibt sich manchmal bei Bewegung mit dem Mantel eine Falte. Mit den Knebelknöpfen lässt er sich gut schließen, aber für den kalten Winter ist es so wirklich nichts. Für eher mildes Herbstwetter mit gelegentlichen Windböen passt er aber perfekt.


Zum anderen weiß ich noch immer nicht, ob der Futterstoff die perfekte Wahl war: Er ist relativ dicht und fest, wodurch der Mantel auch noch einmal schwerer wird. Beim ersten Spaziergang damit hat mich das aber nicht weiter gestört, im Gegenteil: Man fühlt sich ganz gut eingemummelt und aufgehoben.



Ich habe den Stoff noch einmal in Rot hier - die Variante gefällt mir nicht ganz so gut, aber vielleicht probiere ich den Schnitt noch einmal damit und dann mit einem dünnen Fleece als Futter. Dann fällt er sicherlich ein bisschen lockerer.

Vielen Dank noch einmal an Lucy und Catherine, ohne deren Sew-Along-Idee ich mich sicherlich nicht an den Mantel getraut hätte und all die Mitnäher, die die Sache erst so spannend gemacht haben.

Motiviert hat mich der Mantel auf alle Fälle dazu, mehr über die Kompatibilität meiner Klamotten nachzudenken. Daher werde ich wohl noch als Späteinsteiger beim SWAP mit machen (auch wenn ich eigentlich keine Zeit habe). Dazu aber in den nächsten Tagen mehr.

Weihnachtskleid Sew-Along: Motivation und Ideen

Dass in der Vorweihnachtszeit immer ein bisschen Chaos ausbricht und die Zeit hinten und vorne nicht zu reichen scheint, ist ja schon fast normal, auch wenn man gut geplant hat. In diesem Jahr jagt aber wirklich ein Ereignis das nächste und meine Tage sind vollgepackt mit Terminen, sodass ich gar nicht so oft zum handarbeiten oder bloggen komme, wie ich möchte. Manchmal kann ich dann aber einfach nicht widerstehen. Eine solche Sache ist der Weihnachtskleid-Sew-Along. Genau wie beim Wintermantel-Sew-Along (dazu heute später noch mehr) finde ich es ungemein beruhigend, wenn jemand anderes einen Zeitplan für mich ausheckt, an den ich mich "nur" noch halten muss. Daher bin ich definitiv dabei.




Eines meiner erklärten Ziele ist es, Stoffberge abzubauen. Daher will ich auch beim Weihnachtskleid-Sew-Along etwas nähen, das seinen Ursprung dort hat. Bei der Suche nach einem etwas festlicheren Stoff ist mir dieser Paillettenstoff in die Hände gefallen, den ich aus mir nicht mehr ersichtlichen Gründen irgendwann einmal ohne Ziel und Bestimmung gekauft habe. Großes Manko: a) Ich bin nicht so der Glitzertyp. b) Es sind nur 55 cm.


Also sehr wenig, um etwas wirklich Produktives damit anzufangen. Das ideale Schnittmuster dafür habe ich noch nicht gefunden. Ich müsste irgendwie stückeln, wenn ich diesen Stoff nehmen will. Eine Option wäre ein Shirt, in dem nur ein "Einsatz" aus Pailletten hineinkommt, wie das hier. Oder ich greife die Idee zum einem Raglanshirt auf, so wie es hier zu sehen ist: 
Dazu müsste dann natürlich noch ein passender Rock gefunden werden. Eher etwas Schlichtes, einfaches in Schwarz.

Alternativ hätte ich zwei Kleider im Visier: Einmal eine neue Version des Eve Dress, das ich hier schon einmal genäht habe und das mir vom Schnitt her sehr gut gefällt.

Zum anderen habe ich, inspiriert von Ms Fisher, deren Nähkreationen ich einfach immer wunderschön finde, schon einige Zeit den Schnitt Simplicity 7051 hier liegen, den ich unbedingt einmal ausprobieren möchte. Dafür müsste ich vermutlich aber noch einmal neuen Stoff kaufen.

Die Farbwahl: definitiv blau, grün oder schwarz. Irgendwie mag ich zu Weihnachten nichts kunterbuntes tragen. Das überlasse ich dem Weihnachtsbaum.

Am meisten freue ich mich jetzt aber darauf, hier noch mehr Inspiration zu bekommen, vielleicht findet sich ja eine völlig andere Idee für mich und ein anderer Stoff aus dem Stoffberg springt mir entgegen.

Sonntag, 11. November 2012

Wintermantel-Sew-Along 9: Fertigstellen


Fertigstellen? Wenn ich nur schon so weit wäre. Am letzten Sonntag hat mich die Betrachtung all der Fortschritte (und teilweise der schon fertigen Mäntel) zumindest so weit motiviert, dass ich mich nachmittags wieder an den Mantel gemacht habe. Irgendwie fehlt mir aber zur Zeit die rechte Lust, daran weiterzumachen. Ich bin immer noch nicht wirklich davon überzeugt, dass das alles so sein wird, wie ich das gerne hätte und schon allein der Außenteil des Mantels wirkt so wahnsinnig schwer, dass ich gar nicht mehr mag. Gestern habe ich dann die Schneiderpuppe mit dem Mantel darauf ganz einfach ignoriert und lieber an einem Rock, einen Shirt und einer Tunika weitergenäht und heute hatte ich einfach keine Zeit dazu. Mir bleibt also immer weniger Zeit zum Fertigstellen des Mantels.

Was mir konkret noch fehlt:
* Das Futter ist zusammengenäht, muss aber noch eingesetzt werden.
* Der Reissverschluss will gekauft und noch angenäht werden.

Eigentlich nicht so viel, aber der Mantel und ich sind uns einfach nicht wirklich grün. Ich bin also noch beim letzten Schritt hängen geblieben: beim Krisekriegen. Vielleicht kann ich mich ja wieder mehr motivieren, wenn ich bei Lucy nach den neuesten Fortschritten der anderen Mäntel geschaut habe. Im Moment sieht aber alles andere verlockender aus...

Montag, 5. November 2012

Cap Craft Along: Die fertige(n) Mütze(n)

Juhu, endlich einmal ein Termin, den ich einhalten kann. Das Schöne an Häkel- oder Strickprojekten ist, dass man sie überall mit hinnehmen kann. Daher habe ich auch fleißig weiter an meinem Mützenprojekt gehäkelt.


Nummer 1 war ja die grüne Mütze, die ursprünglich zu meinen (noch fertigzustellenden) Wintermantel gedacht war, mir aber jetzt nicht meht optimal dazu erscheint. Das Grün gefällt mir aber nach wie vor sehr gut und passt bestimmt irgendwo anders noch gut dazu - oder sie wandert als Geschenk weiter. Die Mütze war schnell gehäkelt, was noch fehlt, ist der dazu passende Loop.


Nummer 2 ist das gleiche Modell, einfach nur in weiß. Die Farbe scheint mir besser zum Wintermantel zu passen, allerdings bin ich mir nich ganz so sicher, ob weiß die optimale Mützenfarbe ist. Aber nachdem ich schon einmal dabei war, habe ich gleich noch den Loop dazu gehäkelt. Jetzt überlege ich noch, ob ich einen Bommel an die Mütze möchte - ein bisschen Restwolle ist noch übrig - oder ob ich mir nicht lieber noch eine passende Ansteckblume häkle.

In jedem Fall bin ich sehr gespannt auf die anderen Mützen, die es heute hier zu sehen gibt. Ein dickes Dankeschön an Miss Margerite, die den Stein ins Rollen gebracht hat - es hat sehr viel Spaß gemacht!

Sonntag, 4. November 2012

Wintermantel nähen: Die Krise kriegen

Dieser Termin mit seiner Vorgabe ist für mich ausnahmsweise mal kein Problem: Die Krise zu kriegen fällt mir schon allein deswegen leicht, weil ich diese Krise schon seit drei Wochen habe. Ich habe einfach keine Zeit! Zwei der drei letzten Wochen war ich nicht zuhause und daher fern von einer Nähmaschine - eine Woche in Italien und (gerade gestern zurückgekommen aus) Dublin. An sich wirklich schön: Es gab viel zu sehen, es war in jedem Fall absolut lohnenswert, aber der Wintermantel spukte mir dabei doch immer wieder einmal im Kopf herum.



Der Zwischenstand: Das Futter ist separat schon fertig, der Außenmantel noch ohne Ärmel. Insgesamt kommt mir der Außenmantel wegen meiner Idee, den Stoff noch einmal durch eine zweite Schicht Stoff zu verstärken, sehr schwer vor. Mir fehlt noch der passende Reissverschluss - mit der Frage, wie ich den in die Jacke bekomme, möchte ich mich gar nicht ausführlicher beschäftigen, weil ich dann vermutlich erst recht verzweifle. Auf dem Schreibtisch liegen jede Menge Dinge, die zu tun wären und eigentlich hätte ich eine lange lange Liste von Dingen, die ich gerne nähen würde (nicht zuletzt seit ich immer wieder die tollen Pläne und Projekte des SWAP sehe - eine weitere verlockende Idee...) Kurzum: Ich bin nicht weitergekommen und muss jetzt einfach darauf hoffen, dass irgendwann in dieser Woche ein bisschen Zeit bleibt, um einen Aufholmarathon zu starten.



Welche Krisen die anderen Wintermantelnäher gerade beuteln, ist heute bei Catherine zu lesen.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Cap Craft Along Teil 3

Letzte Woche war für mich bloglose Zeit - daher habe ich auch den letzten Cap Craft-Along Termin leider verpasst. Aber ich war nicht untätig: Ich habe das Modell gewählt und auch schon fleißig gehäkelt.

Als Modell habe ich mich für eine Mütze von Simply Caron entschieden - ich mag die "Luftlöcher" zwischen den einzelnen Maschen. Die Wolle ist mir im Supermarkt in die Hände gefallen. Vor einiger Zeit habe ich sie schon einmal in grau und petrol gefunden und daraus Mützen und Schal gestrickt. Für eine Wolle ohne "echte" Wolle ist sie superflauschig. Leider gibt es sie nirgends zu bestellen. Daher habe ich gleich einmal Vorräte in Weiß und Grün eingepackt. Ich habe mich gegen eine Maschenprobe entschieden, einfach drauf los gehäkelt und dann immer wieder am Kopf nachgemessen.

Bis jetzt bin ich hier angekommen:



Grundidee ist natürlich, dass die Mütze zu meinem sich noch im Entstehen befindlichen Wintermantel passen sollte. Dessen Grundton ist ein sattes Braun - wozu mir Grün sehr gut gefällt. Allerdings waren ursprünlich weiße Bündchen vorgesehen, die ich jetzt aus praktischen Gründen gegen hellpetrolfarbene ersetzen werde. Ein petrolfarbenes Mützenset habe ich noch aus dem letzten Jahr, also auf jeden Fall schon einmal eine Option dazu. Insgesamt ist jetzt aber die Weiß-Variante wieder zu meinem Favoriten geworden. Aufgrund meines Zeitmangels werde ich jetzt aber erst einmal die grüne Mütze fertig häkeln und mich dann an die weiße Mütze machen. 

Wie es heute um die anderen Mützen steht, kann man hier bei Miss Margerite sehen.  

Mittwoch, 24. Oktober 2012

MeMadeMittwoch: Häkelkleid

Das Kleid vom heutigen MeMadeMittwoch ist nicht für mich bestimmt - tatsächlich habe ich es zwar zwei Mal gehäkelt, aber beide Male verschenkt. Das abwechslungsreiche Muster sorgt dabei dafür, dass es beim Häkeln nicht so schnell langweilig wird. Das Schöne an so einem Häkelkleid: Je nachdem, was man darunter zieht, ist es eigentlich das ganze Jahr über tragbar - auch im Herbst...




Die Anleitung stammt von hier und war wirklich leicht nachvollziehbar. Gehäkelt ist es aus Lana Grossa Linea Pura - einem schönen Garn, das sich sehr angenehm verarbeiten lässt.


Wie jeden Mittwoch gibt es hier noch viel Selbstgemachtes mehr zu sehen.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Wintermantel Sew-Along Teil VI

Ich bin im Moment etwas im Verzug: Letztes Wochenende war ich nicht da, also musste ich heute dringend aufholen. Daher habe ich mich heute morgen an die Nähmaschine geschwungen und der Zwischenstand ist folgendermaßen:




Die Fragen vom letzten Mal und heute lauten wie folgt:
Kragen und Designentscheidungen, Zusammensetzen und Taschen

Beim Kragen bleibt mir nicht so viel Auswahl: Die Jacke bekommt eine Kapuze, auch alle anderen Fragen sind soweit schon geklärt. Der Flanellfutterstoff kommt auch als Tasche auf die Außenseite. Bei den Taschen habe ich kurz mit einer Verstärkung geliebäugelt, aber durch das Baumwollfutter ist alles ohnehin schon ein bisschen steif geworden, daher wollte ich nicht noch mehr Stoff unterbringen.

Wie kommen die Ärmel an den Mantel?

Einen Ärmel habe ich heute mal schnell zusammengenäht und zumindest einmal über den Arm gestülpt - es wird tatsächlich keine Jacke für all zu viel darunter, aber dann ist sie eben eher für den Übergang.

Bei den Ärmeln habe ich mich jetzt spontan für hellpetrolfarbene Bündchen entschieden. Erst war ich für cremeweiß, aber aus Vernunftgründen nehme ich lieber eine etwas weniger schmutzanfällige Variante.

Soll ich mich an Paspelknopflöcher wagen oder doch lieber Klettband annähen?

Die Frage nach den Knöpfen hat sich schon erledig, da die Anleitung einen Reißverschluss und Knebelknöpfe vorsieht. Die Knebelknöpfe sind schon angenäht, den Reißverschluss muss ich erst noch kaufen.



Insgesamt bin ich jetzt ganz zufrieden. Ein paar Nähte musste ich zwar wieder auftrennen und neu nähen, aber alles in allem bin ich heute gut vorangekommen. Mal sehen, wie viel ich unter der Woche schaffe - nächstes Wochenende bleibt leider keine Zeit zum Nähen.

Wie der Zwischenstand bei allen anderen aussieht, erfährt man heute bei Lucy.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Liebesschmarrn und Erdbeerblues


Eine Liebeserklärung auf Bayrisch? Auf den ersten Blick nichts, was einen im Süden Deutschlands lebenden Menschen allzu sehr verwundern oder erschrecken sollte. Nicht so aber Lene, die Protagonistin des Buches „Liebesschmarrn und Erdbeerblues“ von Angelika Schwarzhuber. Die auf bayrisch vorgebrachte Zuneigungsbekundung ihres Traummannes lässt sie sofort die Flucht ergreifen. Das Buch dreht sich im Folgenden um die Suche nach „der“ bayrischen Liebeserklärung und – natürlich – in gewisser Weise auch um die Suche nach der großen Liebe. Sie trifft im Verlauf der Buches auf eine ganze Reihe von Männern (und auch eine Frau), die sie alle mehr oder weniger in ihr Herz schließt, streitet und versöhnt sich wieder und natürlich gibt es schließlich ein Happy End.
Lene ist im Grunde sehr ähnlich zu den Protagonistinnen vergleichbarer Frauenromane angelegt: ein bisschen schusselig, chaotisch, im Grund aber doch ganz sympathisch, aber trotzdem wirkt sie bisweilen sehr naiv und auch ein bisschen einfach gestrickt. Als Leser ist man an einigen Stellen darüber hinaus manchmal wirklich milde irritiert angesichts ihres Verhaltens. Schon der Ausgangspunkt der Geschichte lässt einen nochmals zurückblättern: Hat sie wirklich wortlos die Flucht ergriffen, als ihr Freund ihr eine Liebeserklärung auf Bayrisch macht? Keine Reaktion, die man wohl von einer erwachsenen Frau erwarten würde, selbst wenn der Mann, der diese Worte äußert, ihr Todfeind wäre. Dass das Ganze dann auch noch ein zweites Mal passiert, erscheint um so verwirrender. Manchmal möchte man am liebsten zu Lene sagen: „Jetzt reiß dich doch mal zusammen und tu nicht so rum.“ Auch andere Figuren reagieren in unterschiedlichen Situationen sehr extrem und man hat das Gefühl, es fehlt einfach noch ein Zwischenschritt, etwas, was die Entscheidungen nicht ganz so einfach erscheinen lässt. So steht beispielsweise schon die nächste Frau beim bayrischen Traummann bereit, die quasi schon an dem Tag bei ihm einzieht, an dem die Trennung nur halb offiziell ist. Der Vater von Lene wirft die Tochter kurzerhand aus dem Haus – ohne dass sie eine neue Bleibe hätte, auch wenn der Streit, der voranging, nur aus wenigen Sätzen besteht und nicht wirklich nach einer grundlegenden Zerrüttung aussieht, die einen Vater, der eigentlich ein gutes Verhältnis zu seiner Tochter hat, zu einem solchen Schritt bringt. Auch dass Lenes Äußerung, es gäbe keine wirkliche Liebeserklärung auf Bayrisch, die Öffentlichkeit aufhorchen, Zeitung und Fernsehen darüber berichten und einen richtigen Medienrummel entstehen lässt, klingt nicht wirklich realistisch. Wenn man darüber hinwegsieht, liest sich die Geschichte um Lene leicht und locker. Es ist ein typischer Frauenroman mit typischen Figuren, einer absehbaren Handlung und einem vom Beginn an klaren Ende. Wirkliche Überraschungen bleiben aus – aber das ist es wohl auch nicht, was man von einer solchen Liebesgeschichte erwartet.
Was im ersten Moment dazu veranlasst, das Buch in die Hand zu nehmen, ist das nett gestaltete Cover (anders als oben im Bild): Weiß-blauer Hintergrund, ein bisschen verschnörkelte Schrift und der Eindruck einer heilen Welt, die sich im Grunde (zumindest am Ende) zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Auch der Titel ist witzig gewählt und es wird im Buch tatsächlich klar, was denn mit dem „Erdbeerblues“ gemeint ist. Nett ist die Idee, im Einband eine kleine Wortkunde Bayrisch – Hochdeutsch unterzubringen. Die bayrischen Sätze im Buch halten sich aber insgesamt in Grenzen, sodass auch ein Nichtbayer alles problemlos verstehen kann. Was nicht ausbleibt, wenn es um Bayern, Bier und Dirndl geht, ist die Erwähnung von typisch bayrischem Essen. Wer sich von den Rezepten im Buch angesprochen fühlt, kann diese dann auch tatsächlich nachkochen, da sie im Angang des Romans zu finden sind. Das sind wieder durchaus Pluspunkte für das Buch.
Und insgesamt muss man sagen, wer ein Buch mit Tiefgang sucht, ist hier fehl am Platz. Wer aber eine nette Lektüre für nebenbei, für den Sommerurlaub, einen faulen Nachmittag am Balkon oder im Freibad braucht, ist ganz gut bedient. Manch eine bayrische Liebeserklärung, die auf der Suche nach der passenden Liebeserklärung gefunden wird, ist durchaus witzig und für das Happy End ist auch gesorgt – ein bisschen Seifenoper auf bayrisch eben.

Wer mehr über das Buch oder die Autorin erfahren möchte, findet u.a. ein Interview mit Angelika Schwarzhuber oder auch eine Hörprobe aus dem Hörbuch direkt beim Verlag. Zu mir kam das Buch über die tolle Website bloggdeinbuch.de, wo sich viele Rezensionen zu den unterschiedlichsten Büchern finden.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

MeMadeMittwoch: Kleid

Eigentlich bin ich im Herbst und Winter nicht wirklich ein Kleidertyp - zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Dabei mag ich Kleider an sich ziemlich gerne. Aber so richtig im Alltag fühle ich mich damit nur im Sommer wohl. Im Sommer habe ich auch angefangen dieses Kleid zu nähen. Es hat mir dann nicht so wirklich gefallen, weil die Abnäher am Oberteil für mich eher suboptimal waren. Irgendwann habe ich es aber aus der Ecke geholt und beim Anprobieren des halbfertigen Oberteils hat es mir dann doch ganz gut gefallen. Also habe ich es dann doch mal fertig genäht. Es ist bei Weitem nicht perfekt. Innen beim Futter habe ich beim Einnähen des Reissverschlusses ordentlich gekämpft - was man tatsächlich (zumindest innen) auch sieht. Aber es ist immerhin mein erstes selbstgenähtes Kleid mit Reissverschluss. Und irgendwie mag ich es jetzt doch und mag nicht die langen Monate bis zum Sommer warten, bis ich es tragen kann. Daher habe ich mal beherzt eine Strickjacke dazu aus dem Schrank gesucht und Strumpfhosen angezogen.


So ganz sicher bin ich mir bei der Outfitwahl allerdings nicht: Sieht es nicht doch zu sehr nach Sommerkleid aus? Passt die Jacke überhaupt dazu? Welche Schuhe? Wer kann mir ein paar Tipps geben? Oder sollte ich doch lieber bis zum Sommer warten?
So sieht es ohne Jacke (aber noch mit Strumpfhose) aus:


Großer Vorteil der Strickjackenvariante: Man sieht dadurch nicht, dass die Abnäher auf der einen Seite nicht wirklich optimal sind.


Was mir am besten an dem Kleid gefällt, ist, wie es schwingt (dem Kater, der sich heimlich aufs Bild geschlichen hat, offensichlich auch). Man will sich am liebsten nur noch drehen - zum Tanzen gehen also eigentlich perfekt.


Schnittmuster: Stitched by You, Frühjahr 2012
Stoff: Vichy-Karo von koenigreich-der-Stoffe.de, Futter aus dem Stoffladen

Noch mehr selbstgemachte Kleider, Röcke, Hosen usw. gibt es wie immer hier zu sehen.

Montag, 8. Oktober 2012

Cap Craft-Along 1

Eigentlich habe ich im Moment überhaupt keine Zeit - für nichts irgendwie. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen kann ich bei gemeinsamen Handarbeitsaktionen nicht wirklich widerstehen. Der SWAP hat es mir schon so ein bisschen angetan - die Idee, nicht mehr nur planlos drauflos zu nähen, finde ich schon sinnvoll. Und mindestens genauso sinnvoll erscheint es mir, zum Wintermantel auch die passende Mütze bzw. vielleicht auch noch den passenden Schal zu finden.


Miss Margerite hat hier zum gemeinsamen handarbeiten aufgerufen. Ich fange zumindest einmal an, mir auch Gedanken darüber zu machen, wie es dann zeitlich aussieht, wird sich einfach herausstellen. Folgende Fragen gilt es heute zu klären.

Wie soll mein Cap aussehen? 

Relativ schlicht und einfach, ein bisschen länger am Hinterkopf, aber kein richtiges Beanie.

Stricken, nähen, häkeln oder filzen?

Definitiv häkeln - das geht immer schnell und bei einer Mütze dann mit vier Nadeln zu stricken würde meine Geduld momentan überfordern.

Wünsche ich mir eine Mütze oder einen Hut oder etwas dazwischen? 

Definitiv eine Mütze

Farbe? Was passt zur Wintergarderobe?

Mein geplanter Wintermantel ist ja braun mit ein bisschen Karostoff. Bei den Bündchen schwanke ich noch zwischen blau und creme. Daher müsste sich die Mütze auch in diesem Bereich bewegen, evtl. kann ich mir aber noch grün vorstellen. Passt ja auch zu braun.

Welche Details finde ich klasse?

Bommel mag ich in dezenter Form schon ganz gern, aber an der Mütze weiß ich nicht so recht. Mir schweben eher zwei, drei dezente Knöpfe am Bündchen vor oder irgendeine kleine Blume.

So, jetzt gehe ich hier mal weitere Ideen sammeln.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Wintermantel-Sew-Along: Der Zuschnitt

Das war eine Aufregung um den Parkaschnitt! Erst gab es ein Durcheinander, was das Vergrößern bzw. Ausdrucken des Schnittes ging. Ich wollte einfach nicht glauben, dass es tatsächlich 125 Seiten sind, die man da ausdrucken muss. Es war aber wirklich so, weil jede im Ebook enthaltene Seite auf 25 Seiten ausgedruckt wurde. Das Ärgerliche an der Sache war für mich dabei die immense Papierverschwendung. Von den 25 Seiten waren jeweils 9 nicht oder kaum bedruckt, d.h. insgesamt 45 Seiten, die man sich ohnehin hätte sparen können. Nach 50 Seiten hatte ich erst einmal genug, wie viel Papiermüll sich von den restlichen Seiten ergeben hat, kann man hier sehen:


Von anderen Ebooks war ich ein besseres Platzmanagement gewohnt. Nachdem der Schnitt endlich ausgeschnitten war, hörte ich plötzlich von Sjoe, die den gleichen Parka nähen wollte, dass ihr Probestück vom Sitz her eher suboptimal ist und ein Futter gar nicht mehr hineinpassen würde. Also habe ich dann doch zähneknirschend einen Probemantel genäht - insgesamt sitzt er ok, das Rückenteil beult aber tatsächlich ein bisschen. Wenn man das aber enger macht, bekommt man glaube ich insgesamt Probleme, wenn man die Arme bewegen will.

Nachdem ich für das Schnittmuster schon einen halben Wald niedergemetzelt hatte, sollte der Papierverbrauch dann aber doch nicht umsonst sein und ich hoffe, dass das Rückenproblem nicht mehr so arg ins Auge sticht, wenn die Kapuze darüber hängt. Außerdem gefällt mir die Grundidee des Parkas trotzdem. Also habe ich auf der Suche nach einem dünnen Futter meine alten Winterjacken durchgesehen und festgestellt, dass sie alle kein wirklich dickes Futter haben. Daher habe ich beschlossen, diese Futterfrage eher minimalistisch anzugehen und mich auf das Nötigste zu beschränken.

Heute habe ich dann fleißig zugeschnitten und den doch eher labberigen Bouclé dann mit einem leicht dehnbaren Baumwollstoff verstärkt, damit er nicht mehr so winddurchlässig ist und nicht so leicht ausleiert. Dazu kommt dann noch das Innenfutter aus Baumwollflanell. Das hat mich den ganzen Nachmittag gekostet und ich hoffe, dass das dann auch damit belohnt wird, dass der Parka zumindest noch halbwegs passt und für meine Fahrt zur Arbeit warm genug ist. Bei meinem Probemantel passt platzmäßig auch noch meine Fleecejacke darunter - also wäre eine Zwiebellösung für kältere Tage durchaus möglich. Für den Kragen und den Saum brauche ich noch eine kleine dünne Einlage als Verstärkung, aber für heute habe ich genug...


Wie es allen anderen in ihrem Kampf mit Schnittmustern, Einlagen und Zuschnitt geht, ist heute bei Lucy zu lesen.

Samstag, 6. Oktober 2012

Der Nikolaus ist da...

... das war der erste Kommentar, als ich meine erste Shelly angezogen habe. Und so ganz falsch ist es tatsächlich nicht... Nachdem ich bei den meisten Schnittmustern die Erfahrung gemacht habe, dass sie eher groß ausfallen, habe ich mich gleich für die kleinste Größe entschieden. Trotzdem finde ich sie einfach viel zu weit und groß - als Nikolaus mit dickem Bauch bestimmt richtig, aber für den Alltag für mich fühle ich mich darin nicht wohl.



Vielleicht war der Stoff nicht die beste Wahl und die Bündchen passen vom Stoff her auch nicht optimal dazu und es kringelt sich auch an der Naht, aber selbst in einer anderen Stoffversion wären mir die Ärmel einfach definitiv zu lang und weit - und das obwohl ich sehr gerne lange Ärmel habe.


Von der Grundidee finde ich das Shirt sehr schön und viele Shellys, die ich schon auf anderen Blogs gesehen habe, finde ich toll. Daher werde ich beim nächsten Versuch wohl ein bisschen modifizieren müssen, aber es wird hoffentlich hinhauen.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Häkelarmband

Vor einiger Zeit habe ich bei ravelry das Broomstick-Lace-Muster entdeckt und sofort auf meine To-Do-Liste gesetzt. Gleich zu Anfang ein großes Teil daraus zu häkeln, war mir dann doch zu riskant, also habe mich erst einmal an ein Armband gemacht. Das war schwuppdiwupps an einem Fernsehabend fertig und wird seitdem häufig getragen und es ist auch gleich noch ein zweites bei einem gemütlichen Kaffeenachmittag entstanden.


Als Verschluss habe ich kleine Perlen angenäht, die einfach durch die Randmaschen gezogen werden.


Wenn es dann mal ohne Perlen sein soll, kann man sie bequem nach unten drehen. Sie sind so klein, dass sie nicht weiter stören.


Was es heute noch so Kreatives gibt, kann man hier und hier bewundern.

Sonntag, 30. September 2012

Wintermantel Sew-Along: Die Stoffauswahl


So, das isser... Der geplante Stoff für meinen Wintermantel. Außenstoff soll der braune Boucle werden, Innenstoff der karierte Baumwollflanell, dazu dann noch Bündchen entweder in dunkelblau, creme/weiß oder vielleicht doch braun. Mal sehen.

Problem 1:
Der Boucle ist sehr winddurchlässig. Daher brauche ich unbedingt noch eine Zwischenlage an Futter oder Stoff, die den Wind ein bisschen von mir abhält. Allerdings brauche ich keine superdicke Jacke, da ich die letzten zwei Winter auch in einer nur aus Außenbaumwolle und innen Kuschelstoff überstanden haben. Und falls es doch zu kalt wird, muss eben eine dünne Fleecejacke drunter.

Problem 2:
Mein Schnitt ist ein Eingrößenschnitt, gekauft natürlich vor ewigen Zeiten in meiner "normalen" Größe. Jetzt denke ich, mit Futter und allem Drum und Dran hätte ich ihn vielleicht eine Nummer größer nehmen sollen. Oder dann doch am Futter sparen...
Hat jemand einen Tipp für möglichst dünnes Zwischenfutter, das nicht zu viel an Volumen aufpolstert, aber doch den ärgsten Wind abhält?

Zum Glück bin ich nicht die einzige, die den Parka näht, da kann ich dann bei den anderen noch ein bisschen gucken gehen und weiter überlegen, was ich genau mache. Ich hinke dem Plan eh etwas hinterher - das Schnittmuster ist noch nicht ganz fertig zugeschnitten.

Welche Stoffe noch ihren Weg in die engere Auswahl beim Wintermantel-Sew-Along geschafft haben, sieht man heute bei Lucy.


Freitag, 28. September 2012

Buchthema August / September: Ein Buch aus meiner Jugend

Wie so viele andere habe ich in meiner Kindheit und Jugend stapelweise Bücher aus der Stadtbücherei nach Hause geschleppt und mich damit in eine Ecke verzogen. Ein paar Bücher waren dabei, die immer wieder in den Bücherstapel gewandert sind. Eines der ersten war ein auch damals schon älteres Buch: "Halla" von Hans Günther Winkler. Die Geschichte um sein "Wunderpferd" und ihren unglaublichen Sieg in Stockholm 1956 habe ich wieder und wieder gelesen.

Obwohl es ein Lieblingsbuch war, stand es nie in meinem eigenen Bücherregal, sondern war immer nur leihweise Gast bei mir. In den letzten Jahren habe ich nach dem Buch Ausschau gehalten (da es in der Bücherei auch längst aussortiert wurde), aber leider nie gefunden.


Daher war meine Begeisterung auch groß, als mir vor einiger Zeit das Buch "Meine Pferde und ich" von Hans Günther Winkler in die Hände fiel. In diesem Buch geht es nicht nur um Halla, sondern auch um die anderen Pferde von ihm. Beim Lesen fühlt man sich sofort in diese Zeit zurückversetzt und es ist spannend und interessant, davon zu lesen, wie damals der Reitsport ausgesehen hat. Natürlich würde man viele Dinge heute anders machen, aber die Zeitreise packt einen doch und ist einfach faszinierend. Ich bekomme bei jedem Lesen wieder Gänsehaut, wenn ich mir die Atmosphäre in Stockholm vorstelle oder sitze gerührt auf dem Sofa, wenn Halla und ihre Eigenheiten beschrieben werden.

Mittlerweile gibt es eine bearbeitete Neuauflage des Buches "Meine Pferde und ich" unter dem Titel "Halla, meine Pferde und ich", in der auch Kapitel über Halla und über Hans Günther Winklers Leben ergänzt wurden. Von "Halla" habe ich bis jetzt noch keine neue Ausgabe gefunden. Ein Original wäre mir aber ohnehin lieber. Also bleibe ich weiter auf der Suche und hoffe, dass ich irgendwann Glück habe und mir ein Exemplar in die Hände fällt.