Samstag, 12. Mai 2012

Schnittmusterfrust

In letzter Zeit habe ich mich ja selbst schon das ein oder andere Mal heimlich innerlich gerügt, weil ich immer nur die gleichen Schnittmuster verwende, obwohl ich immer fleißig Hefte und Bücher wälze oder bei Ebooks zuschlage - und das mit dem ganz ernst gemeinten und festen Vorsatz, das Objekt meiner Begierde dann auch tatsächlich zu nähen. Im Endeffekt bleibe ich dann meistens bei meinen zwei bis drei Schnitten, die sich schon bewährt haben. Der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier.

Jetzt habe ich einmal meinen inneren Schweinehund überwunden und mich an andere Schnittmuster gewagt - und es ging voll und ganz in die Hose. Jetzt weiß ich auch wieder, was mich immer so zweifeln lässt: Die Wahl der richtigen Größe. Auf dem Papier stimmt alles überein, aber wenn ich das jeweilige Teil dann endlich fertig habe, passt es einfach nicht. Meistens sind sie - gerade bei Oberteilen - einfach zu weit und schlabberig, obwohl sie auf den Beispielfotos von der Passform genau so aussehen, wie ich sie gerne hätte. Nachdem ich ohnehin nicht so viel Zeit habe, werde ich dann auch noch ungeduldig und so wächst dann der Stapel der angefangenen und nie beendeten Objekte.

Heute habe ich mich an ein Oberteil mit Schalkragen gewagt - und das gleiche Problem wieder. Kurz entschlossen habe ich es dann einfach nach dem Lina-Schnittmuster so weit wie möglich abgeändert, aber natürlich war dann der Stoff schon so weit zerschnitten, dass ich mit anderen Stoffen anstückeln musste. Ob ich das Shirt in der Öffentlichkeit tragen werde, weiß ich noch nicht wirklich. Fotos gibt es noch nicht, aber hoffentlich in den nächsten Tagen. Und bis dahin werde ich mal weiter Schnittmuster wälzen und die Hoffnung nicht aufgeben, dass der nächste Versuch besser wird...

Kommentare:

  1. Liebe Ellen!
    Oh ja, ich kenne das gut - man wagt sich an Neues und hinterher ist man oft enttäuscht, besonders bei Burda passiert mir das oft.
    Als ich gestern heimkam, stand ein kleines feines Päckchen vor meiner Tür - vielen lieben Dank dafür! Ich hab auch schon zwei Seiten gelesen...
    Viele Grüße
    Tanja

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  2. Mir geht es genauso, gerade bei Burdaschnitten. Mit Knippie oder Simplicity komme ich besser klar. Ich mache eigentlich immer ein Probeteil aus einem günstigen Stoff. Selbst wenn dieses dann tragbar ist, habe ich immer irgendetwas auszusetzen, was ich dann beim zweiten Teil ändere ...wenn ich überhaupt dazu komme, ein zweites Teil zu nähen :-)

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  3. Liebe Elsa!

    Das hört sich gar nicht gut an. Aber ich weiß genau, was Du meinst. Hier liegt auch ein Rock herum, den ich vor einem Jahr genäht habe. Ich habe so viel Zeit und Herzblut hineingesteckt. Er sieht sooo schön aus und würde mir wirklich sehr gut stehen. Leider sieht er angezogen unmöglich aus, weil es einfach nicht der richtige Schnitt für mich ist. Das macht mich sehr traurig und seitdem bin ich sehr vorsichtig beim Kauf von Schnittmustern für mich geworden.
    Vielleicht magst Du es ja doch mal mit dem Abpausen eines vorhandenen, gut sitzenden Shirts versuchen? Es ist wirklich einfacher, als man denkt.

    Ganz liebe Grüße und eine schöne Woche!
    Ulrike

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