Dienstag, 15. September 2015

#myfallessentials

Mit jeder neuen Jahreszeit stellt sich natürlich die Frage, was man zum Anziehen unbedingt "braucht". Nach den #springessentials, die ich mit Begeisterung verfolgt habe, folgen jetzt die  #myfallessentials. Aber wie schon im Frühjahr musste ich bei meinen Überlegungen feststellen: 33 kombinierbare Einzelteile bekomme ich (noch) nicht hin. Warum ist die Idee dann überhaupt so spannend für mich? Meist bin ich ein Spontannäher. Oft ohne groß nachzudenken. Das Ergebnis: Viele Einzelteile, die nicht zusammenpassen oder die nicht zu mir passen. Gerade in Zusammenhang mit der Frage nach dem Konsum (auch von Stoffen und Material) finde ich es aber an sich sinnvoll, nicht gleich jedem Impuls nachzugeben. Im Grund meines Herzens bin ich ein Lemming, der etwas Gesehenes gleich haben will, wenn es schön aussieht. Aber oft geht das dann schief, weil mit der Schnitt nicht steht, das Muster so ist, dass ich es nicht trage oder es einfach nicht in meinen Alltag passt. Daher ist ein Grundgerüst hinter allem für micht gut, kein verpflichtender Plan, an den ich mich sklavisch halten muss, sondern eine Orientierung, die mich meinem Traumkleiderschrank einen Schritt näher bringt oder mich erst einmal realisieren lässt, wie der überhaupt aussehen soll. Kein reines Kopfnähen, aber zumindest ein Nachdenken, bevor ich endlos Zeit in ein Teil investiere, das ich dann nicht trage(n kann), weil mir Kombipartner fehlen oder Stoffe kaufe, die ich zwar innig liebe, die aber für immer Streichelstoffe im Schrank bleiben. Neben Elke, Lena und Sindy machen sich diesmal auch  Catrin, Sandra und  Steffi  Gedanken und inspirieren mit unterschiedlichen Ansätze sicher dazu, sich mehr mit der eigenen Garderobe auseinanderzusetzen. Für mich selbst mache ich immer lustige kleine Zeichnungen mit wilder Beschriftung, die außer mir vermutlich niemand versteht. Um meine Überlegungen zu strukturieren, orientiere ich mich daher an Lenas Planung, die ich sehr sinnvoll finde.

Farben
Meine Farbvorstellungen haben sich nicht groß geändert, seitdem ich das letzte Mal darüber nachgedacht habe. Grau, Altrosa und Blau sind die Grundtöne, dazu kommen ein dunkles Rot, Senf oder schöne Grün- und Brauntöne. Schwarz und Weiß dürfen aber auch nicht fehlen. Mehr und mehr habe ich festgestellt, dass große Muster nicht mein Ding sind. Dezente Streifen und Punkte, kleine Muster, die aus der Ferne eher wie Uni wirken oder ein paar kleine Vögelchen oder Blumen sind ok, mehr aber nicht.

Materialien
Ich mag gerne Schichten. Ich liebe zwar dicke Strickjacken, merke aber bei der Arbeit, dass ich fast immer mit hochgeschobenen Ärmeln herumlaufe oder meine Jacken ablege. Ich mag es auch in der kälteren Jahreszeit flatterig und luftig, aber dann eben in mehreren Lagen und mit Strumpfhose, sodass man sich gut einwickeln kann. Ein absolutes Muss ist für mich ein Schal oder Tuch - zumindest wenn ich das Haus verlasse. Das erste Halskratzen hat sich jetzt schon beim Verschwinden der sommerlichen Temperaturen gezeigt, da will ich gewappnet sein. 

Geplant ist also eine Kombi aus Baumwolle, Jeans, Feinstrick, Blusenstoffen, vielleicht auch noch ein bisschen Cord und definitiv dicken Garnen beim Stricken.


Schnitte
Ich trage im Alltag wenig Röcke und Kleider, auch wenn ich sie schön finde. Was ich wirklich gern mag, sind Kleider in Tunikalänge über einer engen Hose (wenn das dann noch als Kleid zählt). Allerdings ist mein Versuch mit dem Eliana Dress von Alice Pauline gerade ein bisschen gescheitert (Ich gebe aber noch nicht auf). Also auch hier wieder Schichten. Insgesamt soll es eher schlicht und geradlinig sein. La Maison Victor steht bei mir hoch im Kurs, dazu würde ich gern den ein oder anderen Schnitt aus diesem oder diesem Buch ausprobieren. Immi hat allerdings mit ihrem Plan, einen Grundschnitt zu erstellen, meinen Wunsch, mir einen wirklich passenden Rock zu konstruieren, aus dem Tiefschlaf geweckt. Also vielleicht gibt es ja doch noch einen Herbstrock für mich. Prinzipiell hätte ich natürlich auch gerne einen Parka.


Was brauche ich also konkret?

Bei einem Blick in meinen Kleiderschrank habe ich festgestellt, dass viele Teile - wie bereits erwähnt - noch auf ihren Kombipartner waren. Daher muss ich da ein bisschen daran arbeiten. Allerdings ist das in manchen Fällen eher Pflicht als Kür - wer näht schon gerne einfarbige Drunterziehtops? Meine Wunschnähprojekte gehen teilweise in eine andere Richtung. 

Parka / Trenchcoat
Ausprobieren will ich gerne den Wind- und Wetterparka von Lotte & Ludwig. Einen Übergangsmantel habe ich vor einiger Zeit - bis auf die Knopflöcher - fertig genäht. Und zwei unterschiedliche Jacken wären schon schön. Im Hinterkopf spukt mir aber noch der Robson Coat herum. Den habe ich beim Nähcamp in Berlin begonnen, aber noch nicht fertiggestellt - mittlerweile zweifle ich ein bisschen an der Größe und auch der Länge.
Schön wäre auch eine Futterjacke zum Parka, dann wäre er länger nutzbar. Vielleicht lässt sich die Futterjacke  zum Parka aus der Handmadekultur , den ich hinten zu lang für mich finde, auch zum Wind- und Wetterparka kombinieren. Mal sehen.

Schmale schwarze Hose

Vor Kurzem habe ich mir ein altes Herren-Jeanshemd in ein für mich passendes Hemd umgearbeitet. Dazu will ich unbedingt eine schmale schwarze Hose. Schnitt steht da noch nicht fest. 

Jeans"kleid"

Wenn wir schon beim Thema Jeans sind: Ich habe hier zwei sehr schöne Chambraystoffe liegen und hätte gern daraus ein Jeanskleid. Das sollte idealerweise so aussehen. Beim Schnitt bin ich noch flexibel. In der neuen Fashion Style sind ja Oberteile und Röcke flexibel kombinierbar, vielleicht könnte ich mir da was basteln. Alternativ wäre auch eine Bettine oder ein Megan Dress von Tilly and the Buttons im Rahmen meiner Vorstellungen. 

Kuschelpullover

Alle meine Kuschelpullover haben das Zeitliche gesegnet. Ich hätte gern einen Pullover, mit großem Kragen und schönen Details (im Stil wie hier). Vielleicht würde ich hier meine Mustervorlieben sogar ein bisschen ausweiten und - wenn ich Zeit habe - mal Stoffdruck / Farbe / Inkodye probieren. Da muss ich vermutlich verschiedene Schnitt kombinieren.

Pintuck Dress

Das Pintuck Dress aus der Ottobre 5 /2008 habe ich schon bei vielen Leuten angeschmachtet, war mir aber sicher, dass es mir nicht steht. Beim Nähcamp in Berlin durfte ich das tolle Kleid von Tatjana von Tamarilla-näht anprobieren. Und war selbst überrascht, dass der Schnitt mir doch an mir gefallen hat. Blauer Stoff liegt hier, Schnittmuster ist abgepaust. Es kann also losgehen.

Kuscheljacke

Ich weiß, ich weiß, Fleece finden ganz viele Leute ganz blöd. Ich bin auch kein Fan - mit einer Ausnahme. Meine graue Fleecejacke mit gelbem Jersey hat sich in vielen Lagen bewährt, wenn ich was Warmes und Praktisches gebraucht habe - im Wald, im Garten, auf dem Spielplatz. Noch ist sie gut in Schuss, aber ich fürchte schon den Tag, an dem sie überhaupt nicht mehr ansehnlich sein wird. Daher hätte ich gerne eine neue, mit anderer Kontrastfarbe. 

Hemden und Blusen

Davon könnte ich jede Menge brauchen. Längere Blusenschnitte mit geraden Linien sind genau mein Ding. Eine Probeversion von Katha von Schnittchen habe ich bereits genäht. Daraus sollen jetzt zwei oder drei Versionen entstehen. Auch das Shirt für Webware von Lillesol & Pelle gefällt mir sehr gut, genau wie das Hemd aus dem Buch Stoff, Schnitt und Stich. Definitiv dabei sein sollen eine weiße Tunika und ein Karo-Hemd. 

Strickjacke

Strickjacken nähen - vielleicht. Selbst stricken - nur zu gern. In jedem Fall hätte ich gern eine Strickjacke in einem dunklen Oliv-Braun-Ton in dickerem Strick. Nachdem ich da das ideale Strickmuster nicht gefunden habe, versuche ich jetzt zum ersten Mal mich selbst voranzutasten. Und sehr verlockt bin ich auch, beim Penelope-KAL mitzustricken. Die Jäckchen von Andi Satterlund fand ich bisher alle toll und das Muster finde ich auch nett anzusehen. Wolle in natur und senf hätte ich noch hier, vielleicht sogar noch andere Farben. 

Jetzt bin ich gespannt auf die nächsten Beiträge zu den #fallessential. Und weil ich zu lange für Bilder bräuchte, meine Gedanken aber festhalten will, gibt es heute alles nur per Buchstabe.

Kommentare:

  1. Wie schön, Deine Gedanken zu lesen! Ich kann Dir bei vielem sehr zustimmen, v.a. wenn Du schreibst "kein verpflichtender Plan, an den ich mich sklavisch halten muss, sondern eine Orientierung, die mich meinem Traumkleiderschrank einen Schritt näher bringt". Das klingt doch wirklich gut!
    Kleider in Tunika-Länge finde ich auch ganz toll, da wünsch ich mir auch noch welche, und Strickjacken! Ich weiß nur nicht, ob ich mich wirklich ans Stricken wagen soll. Theoretisch kann ich das zwar, ich brauche für eine Jacke aber vermutlich bis nächsten Juli oder so....
    Liebe Grüße, Steffi

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  2. Liebe Elsa, wie schön, deine Gedanken zu den #myfallessentials zu lesen! Ich stimme dir voll und ganz zu, dass das Ganze nicht zu streng und verpflichtend werden darf. Denn schließlich soll Mode wie auch das Nähen vor allem eins - Spaß machen! Nichts desto trotz habe ich für mich die Erfahrung gemacht, dass das Nähen und vor allem das Tragen am Ende mehr Spaß macht, wenn man einem gewissen Plan folgt.
    Deine Projekte klingen allesamt spannend und stimmig, ich habe durchaus das Gefühl, dass du sehr genau weißt, was du willst und brauchst. Das ist doch schon extrem viel wert!
    Ich bin gespannt, was du in den nächsten Wochen umsetzen wirst und folge dir auf jeden Fall auf diesem Weg.
    Liebe Grüße, Lena

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